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Forum: NegaiaGeschichteDas Kraut der blonden Ilse
VerfasserBeitrag
Kristallsand
16.09.2017 - 20:29 [bearbeiten]
Hallo Buch, hallo Byte,

jap, das Gedicht habe ich allein gemacht :) Hat aber auch lange gedauert, bis ich das fertig hatte. Zuerst wollte ich die Geschichte wie die Elokim-Geschichte als Märchen schreiben, fand das aber auf halbem Wege irgendwie doof und habe es als Gedicht umgebaut.
Freut mich, wenn es euch gefallen hat! Und ja, man wird mehr von mir lesen, soviel ist sicher :)
(war nur die Zeit über im Urlaub, daher konnte ich leider nicht antworten, sorry)

LG Kristallsand / Steffi

PS: Falls jemand mal selbst eine Geschichte oder ein Gedicht schreiben und hier posten will: Nicht das Apostroph bei der Raute-Taste verwenden, sondern eines dieser Akzent-Strichlein verwenden ` ´, weil es sonst den gesamten Post einfach löscht :( Ich dachte erst, das Forum hätte was gegen die Länge des Gedichts, war aber nur das Apostrophenproblem!
Byte
16.09.2017 - 07:20
Hey Kristallsand,

interessante Story in Gedichtform. Hast Du das Allein gemacht?

Alle Achtung!

Grüße
Buch
28.08.2017 - 10:43 [bearbeiten]
Hi, mich freut es, dass du dein Gedicht im Forum mit uns geteilt hast. Es trifft genau meinen Geschmack und ist dir - meiner Meinung nach - sehr gelungen. Ich glaube, deswegen habe ich auch keine Verbesserungsvorschläge - tut mir leid. Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft noch das ein oder andere Gedicht von dir lesen kann? :)
Kristallsand
24.08.2017 - 19:31 [bearbeiten]
Kritik und Verbesserungsvorschläge sind gern gesehen!
Kristallsand
24.08.2017 - 19:22 [bearbeiten]
Das Kraut der blonden Ilse

Zu Beginn der Zweiten Zeitepoche,
ich glaub, es war noch vor dem Jahr Hundert,
- ja, ich erinnere mich nicht mehr an die genaue Woche -
da stand die holde Ilse ganz verwundert
am Fuße ihres zerstörten Eigenheims.

Frisch die Erinnerung an die Große Konjunktion,
wie sie knapp überlebt und verwundet,
dem Sigenias gefolgt in langer Prozession
und freudig dem Kaiser die Treue bekundet.

Umso größer der Schock am frühen Morgen,
dass das ganze Haus verschluckt mit Dach und Möbel.
Auch von den Nachbarn ist nichts zu borgen:
alles Werkzeug gestohlen ? vom Hammer bis zum Dübel.

Der Kummer war groß, bitterliche Klagen;
Das geliebte Heim ans Erdenreich verloren!
Wer ist`s gewesen, wer konnte es nur wagen?
Ob sich die Götter gegen sie verschworen?

Schnellen Schrittes beim Kaiser, die Stimmen laut:
"Wer? Was? Und vor allem: warum überhaupt?"
Böse Zungen gossen Öl in die Glut.
"Die schmierigen Fischkinder sind`s gewesen!"
"Nein, es war die Zerstörungslust der Heliosbrut!"
"Es waren die Langren, diese windigen Wesen!"

Constantin Sigenias, jung, schön und doch weise,
lobte eine große Belohnung aus:
"Keine Anschuldigungen, sondern eindeutige Beweise!"
und schon rannten alle zum versunk`nen Haus.

Ilse erkannte ihre Gelegenheit:
scheiß auf`s Haus, sie braucht den wahren Schuldigen
für eine Audienz bei ihm, nur zu zweit,
und dann... würden sie ihr als Kaiserin huldigen!

Die Menge campierte um das Bodenloch,
mit Pistole, Säbel und mit Messer.
Innerlich lachte sie diese Idioten aus:
"Der Täter kommt nicht zurück, der weiß es besser!"

Ein Plan muss her, und zwar schnell!
Kühn und aberwitzig kam ihr die Idee:
"Meine Brüder! Solang der Tag noch hell,
muss ich zu ihnen hinunter an die See.
Ich schicke sie auf ein großes Abenteuer,
um zu bergen ein verbot`nes Kraut;
für die Schwester werden sie alles tun, diese Säufer,
für den Plan der zukünftigen Kaiserbraut!"

Mit den zerstörten Häusern stieg die Zahl der Toten
trotz all der Wachen in den Gassen.
Egal, was sie Tag für Tag den Göttern dargeboten,
der Täter war schlicht nicht zu fassen.

Ilses Brüder, ein Giftler und ein Trunkenbold,
dumm genug für die Reise in den Krater,
brachten ihr Wochen später das süße Stängelgold,
und öffneten den Weg zum großen Pater.

Ein Schluck und ein Echo ertönte in ihrem Kopf,
die Stimme sanft, klar und rein,
Ihr Haar wurde golden bis zum Zopf
und sie wusste: ja, so muss es sein!

Genährt von den Trieben meiner Frau,
unbenetzt vom kalten, frischen Blau,
entfacht von einem sanften Kuss,
reine Liebe von Aither und von Helios.
Begib Dich auf ein großes Abenteuer,
Sieh das Herz des grauen Ungeheuer,
Nimm es mit und kehr` heim,
Dein Traum wird erfüllet sein!


Die blonde Ilse fühlte sich tief bewegt
durch seine Worte freudig aufgeregt
hastete sie zum heiligen Baum,
versteckte Nekendris Stecken unter ihrem Saum.
Sie erschlich sich mit Aithers Kuss,
den heilig Funken am gespaltenen Fluss.

Mit Fackel und Vaters weises Wort
suchte sie des Ungeheuers Bettenstatt;
sie folgte ihm zum genannten Ort:
Die neue Eisenmine der Menschenstadt.

Kaum erwarten konnt` es die Blondine,
so nah am Ziel, so nah seine Hand!
So hastete ohne Schutzgeleit in die Mine
die zukünftige Kaiserin vom Menschenland.

Furchtlos sie tief in den Gängen wandelte
bis etwas Haariges striff die Hand.
Ob es sich um besagtes Monster handelte?
Bis es zupfte am grünen Hüftgewand.

Klein und knubbelig sah es aus;
Runde Backen, spitzes Kinn,
süß und niedlich, die Haare völlig grau,
deutete es auf die Schatten hin,
dessen Augenpaare nicht zu zählen waren.

Ein mittelgroßer Gnom, sein Name Nor,
schnaubend und wütend trug vor:
"Die Zeit, als die ersten Pflanzen wuchsen
Bauten wir Tunnel und die Futtergruben
Wir sind hier seit Anbeginn der Zeit,
jetzt macht ihr Menschen euch hier breit!
Ihr hämmert und klopft und sägt
Allerlei Zeug durch die Gegend trägt.
Die bunten Farben, das helle Licht,
euer Lärm? das mögen wir hier nicht!"

Sie starrten ängstlich in das Fackellicht
und sie verstand, was der Anführer meinte.
Ilse wusste, dass er die Wahrheit spricht,
unwillkürlich eine Träne der Rührung weinte:
"Verzeiht, oh ihr kleinen Wesen, verzeiht!
Natürlich bin ich zu helfen bereit.
Mein Constantin, mein geliebter Kaiser
Jung, schön und so viel weiser,
fordert der Unfälle Schuldigen und den Beweis;
dem Finder winkt ein großer Preis!
Da ihr und wir nicht in böser Absicht gehandelt
Kommt euer Nor mit mir und verhandelt
Mit dem Kaiser, für den Frieden!
Solang` lassen wir das Werkzeug liegen
Solang` lasst ihr unsere Bauten auch in Ruh`.
Was sagt ihr, stimmt ihr meinem Vorschlag zu?"

Viel Gezeter, viel Gemurmel kam im Chor
bis es entschieden war, dann sagte Nor:
"Gut, gehen wir zum Kaiser. Folge mir hinaus,
doch eines noch, mach bitte diese Fackel aus!"

Ilse erkannte seinen fiesen Plan
sie zu überfallen in tiefer Dunkelheit!
Nun verstand sie auch des Vaters Plan:
Einzig die heilige Fackel bot ihr Sicherheit.

"Oh, nein, versteht doch bitte,
diese Fackel ist heilig und es ist Sitte,
das zu tun wie mein Urvater mir befohlen."
Nor schnalzte mit der Zunge und meinte unverhohlen:
"Gut, trage sie, doch lösche das heiße Feuer!"
"Nein, denn es ist kein gewöhnlich Feuer!
es ist hell und heiß, doch ist es Helios` Licht -
und heilig? löschen darf man es nicht!"
"Ein Götterlicht? Ich hoffe, Du sprichst wahr,
denn sonst wandeln wir in großer Gefahr!"

Nor nickte und wandte sich zum Gehen,
deutete auf eine Abkürzung in der Höhlenwand.
Sie flüsterte noch ein "Auf Wiedersehen"
und träumte schon vom Kaiserring an ihrer Hand.

Sie gingen weiter, tief und tiefer
Den Tunnel hinab, schon fast kriechend
Vorbei an Granit und Schiefer
Die Luft zunehmend seltsam riechend...
...nach Gas?

Die Warnung von Nor leichtfertig abgetan
zerriss eine Gasexplosion die Luft;
von der Fackel entzündetes Methan
verwandelte die Mine in eine Totengruft.

Einzig Ilse konnte sich noch regen;
"Wo bin ich denn? Ist es wirklich aus?"
Wie konnte sie das nur überleben?
Und: wie kommt sie wieder raus?

Der Schmerz bestimmt die Gedanken,
sanft glimmte die Fackel noch dunkelrot.
Sie stolperte und geriet ins Wanken
Die Kleinen...sind sie alle... tot?!

Verzweifelt grub sie in Schutt und Staub.
Aufgeben? Nein, das wird sie nicht!
Rief um Hilfe, die Finger schon völlig taub,
musste sie zurück ans Tageslicht!

Sie grub Stund um Stund, gab nicht auf,
bis ...endlich! da! Ein heller Schein!
Ein strahlend helles Gesicht tauchte auf;
Konnte das ihr geliebter Kaiser sein?

Neue Kraft durchströmte die Blondine,
doch es war nicht ihr Held Sigenias da.
Verwirrt starrte sie am Ausgang der Eisenmine
in das Gesicht der Erdengöttin Gaia.

Zart strich die Göttin über Ilses Haar,
die Stimme himmlisch, sanft und klar:
"Genommen hast Du vom verbot`nen Kraut
und halluzinogene Säfte davon gebraut.
Hast phantasiert im wilden Fieberwahn
und getötet alle Noribi, die mir untertan!
Mein Kind, Du hast es wirklich so gewollt.
Zwar wurd` das schädlich Stängelgold
Nun vom Angesicht meiner Erd` getilgt.
Doch Du... hast Dein Lebensrecht verwirkt!
Es hilft kein Schreien und kein Flehen,
niemals wirst Du Constantin wiedersehen.
Für ewig verweigert ist Dir der Orcus,
für immer gebunden an diesen Locus.
Gefesselt an dein menschliches Gebein
wird Leid dein neuer Lebensinhalt sein."
Die Göttin mit einer Geste den Steinen winkt
diese die blonde Ilse auf den Boden zwingt.
So verrottet bis heut die Blondine
als Skelett in der nurimon`schen Eisenmine.